Warum es sich lohnt, unseren Blog zu lesen

Wenn das Web zunehmend mit schnell erzeugten KI-Texten gefüllt ist, wird es schwieriger, Quellen einzuschätzen und ihnen zu vertrauen. In diesem Artikel erklären wir, warum wir bei esveo schreiben, wie wir KI verantwortungsvoll einsetzen und wie Konsistenz und Review dabei helfen, dass man sich auf unsere Beiträge verlassen kann.

Slop und Vertrauen

Falls du weiterhin eine Suchmaschine benutzt und tatsächlich nach der KI-Zusammenfassung noch ein Stück nach unten scrollst, ist die Chance groß, dass schon die ersten Treffer, manchmal sogar die ersten Seiten, ebenfalls KI-generierte Inhalte sind oder die Ergebnisse zumindest danach aussehen.

Das Problem ist nicht per se KI, sondern der (potenzielle) Mangel an Review und Nuance. „AI slop“ heißt nicht ohne Grund so: Schlampigkeit ist fehlende Sorgfalt. Weil praktisch jede Person heute einfachen Zugang zu Sprachmodellen hat, wird das Internet mit Texten geflutet, die ohne ausreichende inhaltliche Prüfung veröffentlicht werden. Generische Blogposts lassen sich in Minuten erzeugen; und der Markt belohnt Menge, weil mehr Inhalte oft mehr Traffic (und damit Reichweite, Werbeeinnahmen, Marktanteile) bedeuten.

Für mich führt das vor allem zu einem Problem: fehlendem Vertrauen. Wenn ich typische Marker für KI-Texte sehe („nicht nur dies, sondern auch das“-Konstruktionen, em-Dashes oder lange Sätze ohne nennenswerten Inhalt; um nur ein paar zu nennen), zweifle ich schnell an der Belastbarkeit der Aussagen.

Gerade bei komplexen Themen liefern KI-generierte Artikel oft scheinbar einfache Lösungen, lassen aber entscheidenden Kontext weg, sind nicht produktionsreif oder funktionieren schlicht nicht.

Einfach direkt das Modell fragen?

Angesichts dieser Situation kann ich gut nachvollziehen, wenn man lieber direkt das bevorzugte Sprachmodell nutzt. Man kann ein Gespräch führen und Erklärungen in fast jeder gewünschten Tiefe bekommen – perfekt zugeschnitten auf den eigenen Bedarf. Großartig!

Wo liegt das Problem? Auch wenn Halluzinationen in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen sind, bleiben Sprachmodelle (vorerst) eben Sprachmodelle. Sie berechnen im Kern, stark vereinfacht, einfach das wahrscheinlichste nächste Wort auf Basis der bisherigen Wortsequenz. Das ist beeindruckend leistungsfähig, aber nicht unfehlbar.

Versteht mich nicht falsch, Modelle leisten heute erstaunliche Dinge: Sie lösen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte alte ungelöste mathematische Probleme und finden Sicherheitslücken in Open-Source-Projekten, die durch die Hände von hunderten Entwicklerinnen und Entwicklern gegangen sind. Trotzdem scheitern sie manchmal an einfachen Wortspielen, verzählen sich bei der Anzahl der „E“s in „Erdbeere“ oder empfehlen APIs, die es gar nicht gibt. Das sind zwar teils sehr vereinfachte Beispiele und meistens korrigiert sich das Modell auch auf Nachfrage, aber das ist der entscheidende Punkt, ich muss selbst den Fehler als solchen erkannt haben und nachfragen.

Warum schreiben wir bei esveo überhaupt Blogartikel?

Die ersten Artikel sind entstanden, um intern wiederkehrende Fallstricke und Erkenntnisse aus unserem Alltag zu dokumentieren. Zielgruppe waren die Kollegen, manchmal auch einfach nur der Autor selbst. Über die Zeit hat sich der Blog weiterentwickelt und stellt inzwischen einen Beitrag zur Developer-Community dar: Wir sprechen über Themen, die uns und die Community bewegen, und teilen Ideen, praktische Probleme und Lösungen.

Inzwischen decken die Artikel nicht nur die Entwickler-Perspektive ab, sondern auch Business- und Management-Themen. Das erweitert die Zielgruppe und hilft vor allem, gegenseitiges Verständnis zwischen diesen eng verbundenen Welten zu fördern.

Natürlich soll der Blog auch unsere Sichtbarkeit und Transparenz erhöhen. Kunden oder potentielle zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Einblicke bekommen, wie wir arbeiten; und entscheiden, ob das zu ihnen passt.

Wie nutzen wir KI (für unseren Blog)?

Die Nutzung unterscheidet sich von Autorin zu Autor, und ist über die Zeit hinweg auch stark veränderlich. Ich selbst habe KI früher genutzt, um Artikel besser zu strukturieren oder lange Schachtelsätze zu entwirren, bin aber wieder stärker zum eigenen Schreiben zurückgekehrt. Gleichzeitig kann KI sehr hilfreich sein, um die Hürde des ersten Absatzes zu überwinden: ein Startpunkt reicht oft aus um einen Einstieg zu finden. Und wenn man einmal im Flow ist, dann schreibt sich der erste Absatz quasi von ganz alleine neu. Ich denke nicht, dass KI beim Schreiben grundsätzlich schlecht ist. KI ist ein Werkzeug, sinnvoll eingesetzt unterstützt es den kreativen Prozess und glättet sperrige Formulierungen. Manchmal geben aber auch genau diese sperrigen Formulierungen einem Text Charakter und machen ihn sichtbar menschlich.

Was uns beim Schreiben bei esveo verbindet: Thema und Kernbotschaften kommen von uns und nicht vom Modell. Außerdem hilft unsere interne offene Feedback- und Diskussions-Kultur: Wir geben konstruktive Kritik und sprechen Fehler direkt an. Dadurch werden größere Ungenauigkeiten schnell entdeckt.

Oft nutzen wir KI auch für Übersetzungen, weil unsere Artikel sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch erscheinen. Die meisten Kollegen beginnen mit dem englischen Text (technisches Vokabular ist ohnehin fast ausschließlich Englisch) und übersetzen später ins Deutsche. Persönlich finde ich es leichter, eine KI-generierte deutsche Übersetzung zu prüfen und anzupassen als andersherum. Aber auch dort wird viel manuelle Nacharbeit reingesteckt.

Qualität vor Quantität

Wir haben den Blog mit wöchentlichen Releases gestartet. Über die Jahre haben wir gemerkt: Wenn die Zeit knapp wird, leidet die Qualität unter dem Druck, „mehr“ zu veröffentlichen. Deshalb haben wir auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus umgestellt. Jede Person im Unternehmen wird ermutigt, etwa zwei Artikel pro Jahr zu schreiben: so hat jeder genug Zeit, das richtige Thema für einen Artikel zu finden, und auch den richtigen Zeitpunkt zu finden, zu dem das Schreiben rein passt und leicht fällt.

Wo liegt der Wert unserer Artikel?

Ich habe das viel mit Kollegen und Freunden diskutiert und lande immer wieder bei einem Punkt: Es gibt einen intrinsischen Wert darin, wenn Informationen von Menschen mit praktischer Erfahrung zusammengestellt werden. In technischen Artikeln wählen wir genau die Aspekte aus, die sich im Alltag als relevant erwiesen haben, z. B. welcher Teil von Datumsangaben uns wirklich interessiert oder wie wir unsere langsame MySQL-Datenbank optimiert haben. In anderen Beiträgen teilen wir konkrete Erfahrungen – z. B. wie es ist, in ein neues Projektformat zu starten, warum wir in jedem Projekt eine Grid-View wollen oder wie wir bei esveo zu dem geworden sind, was wir heute sind. All diese Artikel tragen unsere Persönlichkeit in sich. Wenn ich den größten Wert unseres Blogs also auf eine Sache herunterbrechen müsste, wäre es: Wir teilen unsere praktischen, persönlichen und menschlichen Erfahrungen.

Um den Bogen zurück zu den vielen KI- oder KI-ähnlichen Ergebnissen aus der Websuche zu spannen: Genau deshalb ist es wichtiger denn je, Quellen zu kennen, denen man vertrauen kann. Wir streben danach, auch auf deiner mentalen Liste vertrauenswürdiger Quellen zu stehen. Unser Anspruch ist, ein bestimmtes Qualitätsniveau über Zeit zu halten. Wenn du also mal über einen unserer Artikel stolperst, sollst du ihn als Quelle einordnen können, auf die man sich verlassen kann. Wir werden daher auch weiterhin neue Beiträge veröffentlichen zu Themen, die uns als Entwickler*innen, Consultants und vor allem als Menschen wichtig sind. Mal schauen, wohin die Reise geht. Schön, dass du dabei bist!