Bestandsplanung für den Weg vom Hauptlager ins Amazon-Lager
Amazon verkauft nur, was im FBA-Lager liegt. Ein voller Bestand im Hauptlager nützt dem Marktplatz nichts, und zwischen dem Versand einer Umlagerung und dem Moment, in dem Amazon die Ware als verfügbar führt, vergehen im Standard 14 Tage. In dieser Zeit verkauft der Marktplatz weiter. Eine zu späte Umlagerung kostet Umsatz, den ein rechtzeitig gefülltes Regal gebracht hätte.
Die Umlagerungsplanung projiziert für jeden FBA-Artikel den Bestand Tag für Tag: erwartete Nachfrage abziehen, angekommene und noch unterwegs befindliche Umlagerungen hinzurechnen. Fällt die Reichweite unter das Ziel, entsteht ein Vorschlag für den nächsten Termin.
Was beim Lieferanten bestellt werden muss, entscheidet eine andere Planung. Hier geht es nur um Ware, die das Unternehmen bereits hat.
Die Ausgangslage: Bestand an drei Orten ohne gemeinsame Sicht
Der Bestand eines Artikels verteilt sich auf Hauptlager, Amazon-Lager und Transit. Für die Entscheidung, wie viel wann nachgeschoben wird, müssen alle drei zusammen gelesen werden, dazu die erwartete Nachfrage je Marktplatz und die Frage, ob das Hauptlager die Menge überhaupt hergibt. Fehlt diese gemeinsame Sicht, entsteht die Planung aus mehreren Datenständen und viel Abstimmung.
Der Wendepunkt: Termin, Menge, Freigabe
Bestand projiziert
Grundlage sind drei Größen je Artikel: der FBA-Bestand aus der täglichen Bestandshistorie, der Bedarf aus der Absatzprognose und die Ziel- und Pufferreichweite, die McFilter je Artikel hinterlegt. Jeder Vorschlag führt die Unterdeckung mit, die er schließt.
Termine geregelt
Umlagerungen laufen nicht bei Bedarf, sondern an festen Tagen: freitags die direkt versandfertigen Artikel, montags die zu konfektionierenden. 233 solcher Termine stehen im Kalender, dazu kommen manuell ergänzte Nachholtermine. Aus Termin plus Transitzeit ergibt sich der Tag, an dem Amazon die Ware führen wird. Er steht in jeder Übersicht.
Herkunft geprüft
Ein Vorschlag ist nur so gut wie die Ware, die ihn deckt. Die Planung löst die Stückliste bis zum Stammartikel auf, zeigt dessen Bestand und die nächste erwartete Lieferung und markiert, wenn mehrere FBA-Artikel denselben Stammartikel leeren. Artikel mit gesetzter FBA-Versandsperre fallen farblich auf.
Freigabe exportiert
Positionen lassen sich prüfen, in der Menge ändern und freigeben. Als die Kenekos-Artikel dazukamen, zeigte sich, dass Amazon die Ware zwar Kenekos gutschreibt, der Versand aber physisch von McFilter ausgeführt wird. Seitdem erzeugt der Export neben dem Kenekos-Auftrag einen zweiten für McFilter und rechnet die Artikel über die hinterlegte Stückliste auf die McFilter-Stammartikel um.
McFilter verkauft seit 2004 Staubsaugerbeutel und Zubehör über die großen Online-Marktplätze. Der Sitz ist Ebersbach-Neugersdorf in Sachsen; Produktentwicklung, Einkauf, Lager und Versand liegen im eigenen Haus.
Über zwei Mandanten laufen 39 aktive Verkaufskanäle auf Amazon, eBay, weiteren Marktplätzen und eigenen Shops. Amazon FBA ist dabei der Kanal mit der eigenen Logistik: Ware muss vorher dort liegen, sonst findet der Verkauf nicht statt.
